Coach Kukal setzt Niki Hofmanova unter Druck

- Niki Hofmanova will 2010 vor allem ihren Aufschlag verbessern
Wien - "Top 100 zu Jahresende - sonst bin ich weg!"
Star-Coach Jan Kukal, der bereits zahlreiche Topspieler in die Weltspitze führte, ist mit der Entwicklung seines Schützlings Niki Hofmanova trotz einer starken Saison 2009 nur bedingt zufrieden.
Zwar erfüllte die 18-jährige Burgenländerin mit dem Einzug in die Top 200 das von Kukal zu Jahresbeginn gesteckte Ziel, an ihrer Einstellung hat der 67-jährige Tscheche aber trotzdem noch einiges zu bekritteln.
"Niki ist sehr talentiert und hat ein sehr gutes Ballgefühlt. Sie kann es ganz weit nach oben schaffen, aber ihre Einstellung muss sie weiter verbessern", so Kukal über die Weltranglisten-191.
"Bin ein ehrgeiziger Trainer"
Bis zum Sommer sei es sehr gut gelaufen, dann habe sich bei Hofmanova aber zu schnell Selbstzufriedenheit breit gemacht.
"Ich bin ein sehr ehrgeiziger Trainer und deshalb muss auch bald der Durchbruch gelingen. Sie muss sich einfach aufopfern für das Tennis."
Vater stimmt dem Trainer zu
Vater Martin Hofman schließt sich der Kritik des Trainers an: "Als wir heuer bei den US Open waren, habe ich zum ersten Mal die Top-Spielerinnen aus der Nähe und nicht nur aus dem Fernsehen gesehen. Da muss ich leider auch sagen, dass deren Arbeits-Einstellung eine andere ist, als jene von Niki."
Sorgen bereitet Kukal auch der körperliche Zustand von Hofmanova: "Sie ist zwar schon 18 Jahre alt, biologisch ist sie aber ein bisschen jünger und deshalb im Training immer noch nicht voll belastbar. Sie hätte sicher schon mehr erreichen können, bislang habe ich aber viel Geduld mit ihr gehabt, damit sie nicht zu früh belastet wird."
Umstieg auf große WTA-Turniere
2010 soll Hofmanova mehr gefordert werden. Der Umstieg auf die großen WTA-Events soll gelingen. Dementsprechend wird die Burgenländerin ihr erstes Turnier der neuen Saison gleich bei den Australian Open in der Qualifikation bestreiten.
"Wenn mir wieder so ein guter Saisonstart wie 2009 gelingt, dann sind die Top 100 durchaus möglich", gibt sich Hofmanova zuversichtlich.
Training mit Cornet und Szavay
In der Vorbereitung durfte sich das Ausnahme-Talent mit hochkarätigen Trainingspartnern messen. Die Französin Alize Cornet, die wegen ihrer Beziehung zum Wiener Turmspringer Constantin Blaha in Österreich weilte, und die Ungarin Agnes Szavay lieferten sich mit Hofmanova harte Sparring-Sessions.
"Wenn ich gegen eine Cornet spielen, merkt man im Training keine große Unterschiede", tankte Hofmanova aus diesen Begegnungen Selbstvertrauen. Und die Französin schnupperte heuer immerhin schon an den Top 10 der Welt!
Investoren wollen Geld verdienen
Spielerisch möchte sich Hofmanova 2010 vor allem beim Aufschlag verbessern. Der ist bislang noch eine kleine Schwachstelle im Spiel der 18-jährigen Hornsteinerin.
Unter Druck steht Hofmanova allerdings nicht nur wegen ihrem Coach. Ihr Manager Raimund Stefanits finanzierte das Team um seinen Schützling nämlich mit einem Finanz-Modell, bei dem zehn Investoren (nach Absprung des TV Hornsteins sind es mittlerweile nur noch neun) sechs Jahre lang jährlich mindestens 5.000 Euro einzahlten.
20 Prozent der Einnahmen
Ab 2010 bekommen die Hofmanova-Unterstützer für die nächsten fünf Jahre 20 Prozent von den Einnahmen ab. "Für mich ist das aber ein zusätzlicher Ansporn, um noch mehr zu gewinnen", so Hofmanova.
Für Stefanits ist sowieso klar, dass "Sportler mit so einem Druck umgehen können müssen. Ansonsten werden sie sich in der Spitze eh nicht durchsetzen."
Wirtschaftlich läuft derzeit jedenfalls noch alles nach Plan: Im Vergleich zum Vorjahr konnte Hofmanovas Werbewert um 40 Prozent gesteigert werden. Zudem schloss Stefanits mit Lotto einen internationalen Ausrüster-Vertrag ab.
Jetzt muss Niki Hofmanova "nur" mehr die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen.
Christian Frühwald
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